Bibliothekartag: Nürnberger Würstchen im Digitalen Zeitalter #bibtag15


Nürnberger Würstchen bei der Offiziellen Eröffnung des Bibliothekartages
Nürnberger Würstchen bei der offiziellen Eröffnung des Bibliothekartages

Auf dem diesjährigen 104. Bibliothekartag in Nürnberg war der Geist der Erneuerung und Veränderung der Bibliotheken an allen Ecken zu spüren. Bei Vorträgen, Berichten und kollegialem Austausch am Rande wehte er, war überall präsent.

Ebenso präsent war das Nürnberger Würstchen (selbst bei der offiziellen Eröffnung). Eine alte Spezialität, die viele Stürme und neue Essenstrends überlebt hat. Wir Menschen halten eben gerne an Gutem, Vertrautem und Bewährtem fest und ergänzen es mit Neuem. So ähnlich verhält es sich doch im Grunde mit den alten Spezialitäten in unseren Bibliotheken und allen neuen Herausforderungen. 

In Nürnberg wurde erneut deutlich, dass der emotionale Kern der ganzen Veränderungsdebatte in Bibliotheken eine über die Zukunftsrolle von Bibliotheken ist (und nicht was Ausstehende gerne meinen: Buch oder E-Book). Die Debatte ist dadurch sogar noch eine viel größere. Bibliotheken sind schon oft nicht mehr, was sie einmal waren. Und das werden sie so auch nie wieder sein.

Menschen lernen heute nicht nur aus Büchern. Sie lernen auf viele andere Weise und die Bibliotheken sind seit jeher der ideale Raum für freies lebenslanges Lernen und Erleben in einer Stadt. Deshalb lernen die Bibliotheken selbst lebenslang. Haben sie doch im Grunde immer getan.

Aber es geht nicht nur um das Lernen: Die Sehnsucht der Menschen nach einem nicht kommerziellen Raum in der Stadt ist groß. Hier liegt die Riesenchance und dies ist nun wirklich nicht neu: Schaut man sich die Ideen und Konzepte der 1970er Jahre an, die eine „Bibliothek für alle“ propagierten, ist die Bibliothek als Kommunikationsort und Treffpunkt für alle nichts Neues, die Bibliothek der Zukunft sollte das „öffentliche Wohnzimmer der Stadt“ sein. Aber die Umstände sind andere, als in früheren Zeiten: Wir leben inmitten des beginnenden digitalen Zeitalters.

Die digitale Revolution ist da und wird in den nächsten Jahren exponentiell wachsen. (Als Lesetipp hier zu: „The Second Machine Age: Wie die nächste digitale Revolution unser aller Leben verändern wird“ von Erik Brynjolfsson und Andrew McAfee, Kulmbach, 2014).

Wir brauchen den kritischen Blick und die kritische Begleitung, aber keinen Kulturpessimismus. Wir müssen den digitalen Wandel sachlich annehmen als einen Fakt, ihn gestalten und alle Möglichkeiten nutzen und als Bibliotheken Vorreiter sein. Denn eines ist sicher: Wenn wir das nicht tun, wird sich die Lebenswirklichkeit der Menschen so schnell verändern, dass die Gefahr besteht, dass Öffentliche Bibliotheken zur Realität ihres eigenen Klischees werden. Und das ist wirklich das Letzte, was die „Bibliothek der Zukunft“ sein sollte.

Es gibt ein Video, was mich immer wieder begeistert. Pam Sandlian-Smith, Bibliothekarin der Anythink Library (Denver) hat in einem Vortrag auf sehr emotionale und beeindruckende Weise vorgetragen, was Bibliotheken sind und was sie sein können. Man braucht nicht jede einzelne Idee gut zu finden – aber es ist der Geist, der dahinter steht, der dieses Video so beeindruckend macht:

Und: Das Nürnberger Würstchen gibt es immer noch. Und es schmeckt immer noch. Und es wird es auch immer geben. In diesem Sinne: Schöne Sommertage – schmeißt den Grill an und legt neben die Nürnberger Würstchen ein paar andere Dinge, die sich grillen lassen.

Und immer dran denken: Nichts wird so heiß gegessen, wie gegrillt.

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