Follow me! 6 Gründe, warum jeder mehr twittern sollte! Ein Teaser.


Was hat Amanda Lear mit Twitter zu tun? Die Disco-Queen sang in den 1970er-Jahren in ihrem größten Hit „Follow Me“:  „I’ll sell you dreams and new desires, I’m trading hopes, I’m open late … so follow me, just follow me“ – eigentlich doch ein perfekter Twitter-Werbesong.

Leider bleibt Vielen aus meinem privaten und beruflichen Umfeld, die sich nicht bei Twitter tummeln, dieser „Kurznachrichtendienst“ ein unbekanntes Land, vermeintlich nur was für Promis. Wie schade. Twitter bietet viele Chancen und Twitter gehört längst zu meinem Alltag dazu. Warum? Der Versuch einer Begeisterung – für Nicht-Twitterer und für allem für: Nicht-twitterende Bibliothekare außerhalb meiner digitalen Filterblase. Follow me!

Amanda Lear - Follow Me
Amanda Lear – Follow Me, Single-Cover (1978)

Freunde, Bekannten und Kollegen nutzen Facebook mehr oder weniger selbstverständlich. So geht es mir auch. Bei Facebook verbinde ich mich meist mit Menschen, denen ich schon im echten Leben begegnet bin und pflege hier meine Kontakte.

Seit gut einem Jahr liebe ich zusätzlich Twitter. Denn Twitter ist so anders. Und vor allem ist Twitter nicht Facebook. Überhaupt nicht. Mein Morgen beginnt mittlerweile meistens mit einem „Guten Morgen“-Tweet an die Twitter-Community (Tweet ist dabei der abgesetzte Beitrag, wie ein Post bei Facebook). Mal schauen, wer schon wach ist, was passiert ist und welche Hashtags gerade „trenden“. (Nicht verstanden? Hashtags sind die Begriffe mit der Raute # davor, im Grunde Schlagwörter, die ein Thema einkreisen und benennen (ja die dürfen auch mal albern sein oder einen Zustand beschreiben).

Setze ich meine „bibliothekarische Brille“ auf, wundert es mich, dass nicht viel mehr Bibliothekare bei Twitter sind (obschon schon viele dort sind) und warum Twitter bislang nicht den Durchbruch im deutschen Bibliothekswesen erhalten hat, den es verdient – sowohl aus der Sicht des Kundenservices als auch integriert in die bibliothekarische, inhaltliche Information.

1 Aktuelle Ereignisse verfolgen

Will man auf dem Laufenden sein, aktuelle Ereignisse verfolgen oder sich mit interessanten Leuten vernetzen, ist man bei Twitter richtig. Gerade bei aktuellen Ereignissen kann man hautnah und ungefiltert dabei sein. Offenheit und Neugierde gehören bei Twitter unbedingt dazu, denn bei Twitter ist alles öffentlich. Geschützte Accounts, die nur ausgewählten Followern die Tweets zugänglich machen, machen keinen Spaß und erfüllen für mich auch nicht den Sinn von Twitter.

2 Meinungsaustausch und Erschließung von digitalen Quellen und Inhalten

Hinweise auf aktuelle Veröffentlichungen in Blogs und Ähnlichem im digitalen Raum erhalte ich häufig bei Twitter, wenn ich den interessanten Accounts oder Listen folge, die Inhalte twittern, die mich interessieren. Viele meinen, Twitter sei zu unübersichtlich, daher ist die Möglichkeit Listen zu nutzen, eine große Hilfe, wie z.B. die Liste „bib – Deutschsprachige Twitternutzer mit bibliothekarischen Inhalten„.

3 Twitter bei Veranstaltungen und Vernetzung mit Menschen

Besonders schätzen gelernt habe ich Twitter auch bei Veranstaltungen. Wenn auf einer „Twitter-Wall“ (eine Leinwand, auf der Tweets zu einem bestimmten Hashtag angezeigt werden) während einer Konferenz oder Tagung gleichzeitig zu einem bestimmten Hashtag getwittert wird und so Fragen gestellt werden oder das aktuelle Geschehen kommentiert wird. So hab ich es besonders gut erlebt im April 2015 auf dem BibCamp in Leipzig, bei unserem ersten #bookupDE in der Zentralbibliothek Düsseldorf im August 2015 oder beim #Twittwoch (#twdus) in Düsseldorf im November 2015.

Bei diesen Veranstaltungen zeigt sich auch ein großer Unterschied zu anderen Netzwerken. Twitterer wollen sich kennenlernen, Facebook-Menschen kennen sich meistens schon vorher, bevor sie sich virtuell vernetzen. Bei den Twitter-Menschen ist das anders: Dadurch, dass die Kommunikation schon virtuell im öffentlichen Raum stattgefunden hat, ist das echte Kennenlernen der virtuellen Freunde und Kollegen ein starker Bestandteil der Twitter-Szene, der diese – für mich – auch so sympathisch macht.

4 Direkter Kontakt mit Institutionen

Twitter erlaubt den direkten Kontakt mit Institutionen und Persönlichkeiten. Grundsätzlich kann das großen Spaß machen und auch sehr informativ sein, wie der Account der Deutschen Bahn beweist.

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Schöner Dialog mit dem Kundenservice der Deutschen Bahn
Werden von diesen Einrichtungen oder Prominenten allerdings nur automatisierte Verlinkungen getwittert ist das sehr öde. Macht keinen Spaß und verfehlt die Möglichkeiten von Twitter: eben die, zu kommunizieren und diese Plattform nicht einfach als Litfaßsäule für die eigene PR zu nutzen. Dann sollten man besser die Finger davon lassen (das gilt übrigens auch für Bibliotheken).

5 Unterhaltsam durch die Liebe zur Sprache

Vor allem ist es aber auch die Liebe zur Sprache, die viele Bibliothekare bei Twitter begeistern könnte. Welche Kreativität durch die Beschränkung auf 140 Zeichen eines Tweets häufig geweckt wird, ist schon erstaunlich – viele Accounts machen aus dieser Not eine Tugend und selbst im Rahmen der Frankfurter Buchmesse gab es bereits die „Twitteratur“. Die Verknappung führt bisweilen zu einer regelrechten „Twitter-Poesie“. Schade ist deswegen, das Twitter diese Grenze aufheben will – obschon es natürlich durch Verlinkungen auch jetzt schon die Möglichkeit gibt, diese Grenze zu unterlaufen.

6 Und: Viele Buchliebhaber lieben Twitter

Viele Buchblogger und Literaturliebhaber sind bei Twitter. So wurde z.B. unter dem Hashtag #Leseparty zwischen Weihnachten und Silvester über Literatur getwittert, die man gerade liest. Da könnte man auch als Bibliothekar oder Bibliothek aktiv mitmischen 😉 und so sichtbar werden.

Amanda Lear sang in „Follow me“ auch:  „Unbelievable maybe, you’ll have a new identity“ 🙂 Also los: Neugierig, gespannt? Dann versucht’s mal bei Twitter und werdet zum „Follower“ und „Twitterer“ und probiert’s einfach mal aus, denn das Handling ergibt sich durch’s Tun. Twitter ist sehr „Learning bei Doing“.

—–

Zwei interessante Links:
– „Microblogging-Dienste am Beispiel von Twitter“ auf dem Bibliotheksportal.
– „Twitter for librarians – the ultimate guide“ fast schön zusammen, welche Chancen Twitter für Bibliothekare bieten kann.

 

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