Social Media und #Essen (Mitten-im-Leben-Gedanke #2)


IMG_4293Neulich habe ich mein Essen im Restaurant nicht fotografiert und daher nicht bei Facebook gepostet (immer mache ich es ohnehin nicht – aber an diesem Abend hätte es sich gelohnt). Als ich daran dachte, war es zu spät und ich ertappte mich bei der Versuchung, einen der Gäste am Nachbartisch, der das gleiche Gericht bestellt hatte, zu fragen, ob ich mal kurz ein Foto machen dürfte, weil ich doch vergessen hatte, mein Essen zu posten. Hätte ja keiner gemerkt. Aber so weit war es dann doch noch nicht. Nein, bitte kein Fake. Als meine Begleitung das mitbekam, haben wir herzlich gelacht – dann kam aber doch die Frage auf: „Warum musst du eigentlich dein Essen für Social Media fotografieren?“ – Also von „müssen“ kann ja keine Rede sein, wenn dann mache ich es weil es Spaß macht, weil ich mitteilungsfreudig bin und … ja warum eigentlich?

Essen spielt in Social Media allgemein eine große Rolle. Nicht nur das, was ich esse, sondern auch, was ich koche und backe und einkaufe. Und warum? Ich glaube, weil es zutiefst menschlich ist und Menschen verbindet. Wo unterhält man sich besser als beim Essen? Wodurch kann man andere Kulturen besser kennenlernen als beim Essen? Wodurch kann ich meinen eigenen Geschmack oder das, was ich gerne genieße besser kundtun? Durchs Essen! Es bestimmt auch so unser Leben. Und Social Media ist Leben. Also gehört Essen dazu.

Das Posten von Essen bei Facebook und Co. ist sicher ein Zeitgeistphänomen. Die bildliche Darstellung des gedeckten Tisches war aber immer schon ein Ausdruck des Zeitgeistes. Brot, Fisch und Wein in der Bibel oder die Stilleben von Obst und Gemüse berühmter Künstler in allen Epochen – um nur mal zwei Beispiele zu nennen. Hierzu gibt es viele schlaue Artikel im Netz. Ist da das Posten von Essen heute wirklich etwas anderes? Nur weil heute jeder ein Abbild seiner Mahlzeit machen kann? Ich denke nicht. Es kommt eben nur in Massen daher.

Und nebenbei drückt das eigene Essen doch auch meistens etwas Individuelles über meinen Geschmack und meinen Lebensstil aus. Und deswegen Obacht! Denn ich bin dann im Nachhinein doch sehr froh, dass ich das Essen meines Tischnachbarn nicht gepostet habe, denn so individuell wäre das wohl kaum gewesen. Und deshalb ist auch nicht jedes fotografierte Essen in Social Media interessant. Aber das meiste schon. Guten Appetit! :-)

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