Bibliotheken auf die re:publica!


Tanja Erdmenger (Münchner Stadtbibliothek) und ich haben in diesem Jahr die „re:publica“ in Berlin besucht und haben auf der Konferenz der Digitalen Gesellschaft die Präsenz von Bibliotheken vermisst. Gemeinsam mit einigen anderen Kolleginnen und Kollegen wurde in einer Session auf dem #bibcamp 2017 in Hannover darüber gesprochen, wie und mit welchen Inhalten sich die Bibliotheken auf der re.publica 2018 präsentieren könnten. Das neue Motto „Pop!“ und die damit verbundene Ausrichtung auf Digitalisierung und Kultur böte einen idealen Startschuss für die Bibliotheken auf der re:publica. Einige Fragen wurden an Tanja und mich häufiger gestellt. Die Antworten dazu gibt es jetzt.

 

Wie seid ihr erstmals auf die RP aufmerksam geworden?

Tanja: Bei mir passierte das vor allem über Twitter, das ich seit 2014 nutze. Zur re:publica-Zeit im Mai habe ich dann eine Riesenwelle entsprechender Hashtags mitbekommen von vielen Followern. Einigen Empfehlungen von Vorträgen auf YouTube bin ich dann gefolgt und war sofort sehr fasziniert von der Themenbreite und Stimmung, die dabei rüberkam. Von vielem hatte ich noch überhaupt nichts gehört und wurde nicht nur persönlich sehr neugierig, sondern auch aus beruflicher Sicht.

Stephan: Ich hatte schon öfter von der re:publica gelesen, sowohl in den Sozialen Netzwerken als auch allgemein in den Medien. Besonders neugierig gemacht haben mich aber die Berichte von Menschen aus meinem Netzwerk. Bei Barcamps und anderen Treffen kam immer wieder die Sprache auf die re:publica, mit welcher Fülle an Themen und Input dort zu rechnen ist.

 

Wie oft wart ihr schon dort und was macht diese Konferenz aus?

Tanja: Bei mir war es nun das zweite Mal, dass ich dabei war – nächstes Jahr ist schon vorgemerkt! Es ist unglaublich, wie sehr man seinen Horizont innerhalb von drei Tagen erweitern kann und das alles unter Aspekten der digitalen Zukunft. Man lernt sehr schnell Leute kennen und hat selten so kompakt die Möglichkeit, sich in so kurzer Zeit weiter zu vernetzen.

Stephan: Ich war 2017 zum ersten Mal dabei und es hat mich gleich begeistert. Für viele wird es ja  gar als „Klassentreffen“ der Digitalen Gemeinschaft empfunden und dieser Geist des Miteinander und des Austausches schwebt schon über dem Ganzen, über Sprachen und Kulturen hinweg – das hat mich besonders fasziniert. Und bei den „Bier-Sessions“ ergaben sich auch schon für mich beim ersten Besuch viele neue Kontakte und das Wiedersehen mit vielen Bekannten, die man bislang nur aus dem virtuellen Raum kennt – das ist schon das besondere, das die dann alle da sind.

 

Warum glaubt ihr, dass die Konferenz auch für Bibliotheken/BibliothekarInnen wichtig sein kann/ist?

Tanja: Digitale Entwicklungen begleiten unseren Berufsalltag seit geraumer Zeit, sei es durch die Kommunikation mit unseren BesucherInnen in den SocialMedia-Kanälen, sei es durch die Nutzung digitaler Medien und grundsätzlich wir als Bibliotheken in unserer Funktion Informationsvermittlung in allen Bereichen – wer die Möglichkeit hat, auch praktisch z.B. mittels Workshops im Bereich AR/VR, Umgang mit der Informationsqualität in den digitalen Kanälen etc. Auf der  RP kann man hier viele Player in all diesen Bereichen kennenlernen und Kontakt zu ihnen aufnehmen, für Veranstaltungen einladen

Stephan: Bibliotheken bieten digitale Dienstleistungen und sind wichtiger Bestandteil der Gesellschaft. Auch der digitalen Gesellschaft. Für Bibliotheksmenschen ist die re:publica im Hinblick auf das interdisziplinäre Vernetzen ein wahre Fundgrube, im besten Sinne. Bibliotheksarbeit hat für mich immer schon Offenheit bedeutet. Insbesondere die Möglichkeit, Dinge aus dem digitalen Raum auszuprobieren oder in Diskussionen und Workshops kennenzulernen, gibt es bei der re:publica an jeder Ecke.

 

Welche Möglichkeiten seht ihr für Bibliotheken, sich auf der RP zu präsentieren?

Tanja: Wir möchten genau das auf dieser Plattform mit anderen Interessierten ausloten. Zum einen haben wir in diesem Frühjahr erlebt, dass auch aus anderen Bereichen des kulturellen und literarischen Lebens KollegInnen erkannt haben: wir gehören auch auf die re:publica und wollen zeigen, welche Rolle digitale Entwicklungen auf unseren Feldern spielen und wie digital Kunst, Verlags- und Museumswelt bereits sind. Vielleicht ergibt sich hier eine Partnerschaft, um uns alle an einem gemeinsamen Stand zu präsentieren. Daneben würden wir aber auch gerne selbst eine der Bühnen zeitweise bespielen und vielleicht mit einer Roadshow aus vielen Bibliotheken zeigen, was hier längst passiert, um aktiv gegen den Digital Divide vorzugehen aber auch einfach, um den Spaß, den wir „Bibliothekswesen“ an digitalen Themen haben, zu signalisieren. Damit werden wir sicher noch viele überraschen.

Stephan: Ich denke, es geht darum einmal zu präsentieren, was in den Bibliotheken derzeit passiert. Und es passiert derzeit soviel, vor allem bezüglich der Schaffung neuer digitaler Angebote – und damit meine ich nicht nur digitale Medien. Makerspaces, Workshops, Bibliothekslabore, Meetups – das findet alles auch in Bibliotheken im Jahr 2017 statt. Auch Themen wie die Problematik des E-Book-Verleihs und der ganzen Lizenzdiskussionen, die damit verbunden sind, sind vielen in der dIgitalen Welt gar nicht so geläufig. Eine „Best-Of-Show“ der Bibliotheken mit ein bisschen Glitzer kann ich mir gut vorstellen.

 

Was kann/soll damit erreicht werden?

Tanja: Der Digital Community zeigen: wir als Bibliotheken spielen eine nicht zu unterschätzende Rolle in der Gesellschaft und können einen wichtigen Beitrag leisten, digitale Themen in der breiten Bevölkerung zu setzen und vielen auch die Angst davor zu nehmen – natürlich mit einem gesunden Maß an Skepsis bzw. auch ein Forum bieten für Kritik, Bedenken und Gefahren der digitalen Welt.

Stephan: Ich habe oft den Eindruck, dass die Zielgruppen für diese neuen Angebote noch nicht so erreicht werden, wie sie erreicht werden könnten. Auf der re:publica hätten Bibliotheken die Chance, sich einmal „neu erfunden“ dort zu präsentieren. Bibliotheken sind soviel mehr als das, was viele noch im Kopf haben. Wir Bibliotheken müssen das aber auch anderen zeigen und nicht nur im eigenen Saft schmoren, Wir müssen raus mit unseren tollen Angeboten. Die re:publica wäre aus meiner Sicht die ideale Plattform, diese „neuen“ Bibliotheken zu präsentieren.


Kontakt und Diskussion:

Wir wollen weiter diskutieren! In der Facebook-Gruppe „Bibliotheken auf die re:publica“ wollen wir alle Interessierten vernetzen! Join us!
Oder Direktkontakt bei Twitter: Tanja: @elibtanja ; Stephan: @StpnLibrarian

 

2 Kommentare zu „Bibliotheken auf die re:publica!

  1. Steve

    Sicher die re:publica ist einen Besuch wert, aber ich sage: Holt die Inhalte der re:publica in die eigene Bib. Vernetzt auch regional mit eurer Stadt.

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    1. Das machen viele Bibliotheken schon und ist auch sicher goldrichtig und besonders nachhaltig. Wir wollen einfach die Bibliotheken allgemein sichtbarer machen, mit dem was sie tun. Das eine schließt das andere ja nicht aus.

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