re:publica 2018 : Bibliotheken, die (potentiellen) Filterblasenkiller


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Die re:publica ist eine der größten Gesellschaftskonferenzen der „Digitalen Gesellschaft“ in Europa. Im letzten Jahr war ich zum ersten Mal dabei und für mich war klar, dass ich 2018 wieder dabei sein wollte. Viele interessante Vorträge, Diskussionen, Workshops und vor allem das Wiedersehen und Kennenlernen und die tollen Begegnungen mit anderen machen die re:publica zu einem einmaligen Erlebnis. Das Motto der diesjährigen Konferenz war „POP – Power of People“ und das erklärte Ziel der Veranstalter war es, Filterblasen platzen zu lassen. Mein Fazit: Bibliotheken sind die idealen, potentiellen „Filterblasenkiller“.

Bibliotheken haben auf viele Fragen und Bedürfnisse der Digitalen Gesellschaft Antworten – manchmal auch, ohne es selbst zu wissen. In vielen Diskussionen, Vorträgen und Präsentationen hätte ich oft aufzeigen können: „Machen Bibliotheken!“, „Können Bibliotheken!“, „Könnten Bibliotheken!“ oder „Habt Ihr mal an Bibliotheken gedacht?“

Denn …

  • im Gegensatz zu „Fakes statt Fakten“ garantieren Bibliotheken kuratiertes, fundiertes Wissen und zitierbare Quellen – auch digital. Und sie teilen es mit allen (sozusagen als Urväter und -mütter des „Sharing“-Gedankens ;-) )
  • Bibliotheken sind Orte des informellen Lernens, des gegenseitigen Austausches und der Weiterbildung – auch zu digitalen Themen. Sie sind nicht-kommerzielle Räume, deren Fehlen die digitale Community beklagte.
  • Bibliotheken sind die Orte des 21. Jahrhunderts: Sie sind die offene Orte der demokratischen Gesellschaft, hier treffen sich alle Menschen gleichberechtigt zum möglichen Diskurs.
  • Bibliotheken können die Filterblasen der (digitalen) Gesellschaft zum Platzen bringen und der vielbeklagten Spaltung etwas entgegensetzen. Das beweisen viele Bibliotheken bereits. Die ersten Nadelstiche sind also getan.

Schade nur, dass eingereichte Sessionvorschläge der Bibliothekscommunity und darüber hinaus nicht genommen wurden. Ich will das gar nicht weiter bewerten, eine Programmkommission hat sicher viel abzuwägen und Entscheidungen zu treffen, dennoch: Das Potential der Bibliotheken als Filterblasenkiller wurde damit leider dort nicht aktiviert, wo es gezündet hätte: Mitten in der digitalen Filterblase.

Ein großer Unterschied zum letzten Jahr war 2018 aber, dass viel mehr Kolleginnen und Kollegen aus den Bibliotheken (und deren Sympathisantinnen ;-) ) diesmal auf der re:publica präsent waren. Das hat sicher schon einiges bewirkt. Marlene Neumann hat im Blog der Stadtbibliothek Erlangen noch einiges Inhaltliches zusammengefasst. Ich empfehle den Artikel gerne. Weiterhin sind alle Kolleginnen und Kollegen herzlich in die Facebook-Gruppe „Bibliotheken auf die re:publica“ eingeladen, sie soll der Vernetzung der Bibliothekscommunity, die sich für die re:publica interessieren, dienen.

Aber auch wir Bibliotheken müssen diese Herausforderung weiter und entschlossen annehmen. Zum einen, um unseren gesellschaftlichen Auftrag zeitgemäß zu erfüllen und zum anderen auch, um die Bibliotheken zukunftsfähig zu machen. Die Bibliotheken werden gebraucht, vielleicht mehr denn je. Dafür müssen wir aber offen und sichtbar sein und eine Einladung an die digitale Gesellschaft aussprechen.

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Im Bällebad der re:publica

 

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